Familienwanderung auf der “Soonwaldschleife”

16. September 2023

Die “Soon­wald­schleife” wird auch „Der Stille Weg“ genan­nt und war das Mot­to der Wan­derung an diesem Tag. “Würde man den Weg alleine gehen, kön­nte man in aller Ruhe die wun­der­schöne Natur genießen,” erk­lärte Wan­der­führer und His­to­rienex­perte Dieter May (kleines Foto) den Teil­nehmenden, die der Ein­ladung des CDU-Ortsver­ban­des Seibers­bach gefol­gt waren. Heute war man zwar in Gesellschaft, aber den­noch sollte der “Genuss” nicht auf der Strecke bleiben.

Die Gruppe hat­te sich in Seibers­bach auf dem Park­platz der katholis­chen Kirche getrof­fen und war von dort aus mit den Autos zum Start­punkt der Wan­derung gefahren. Dieser lag direkt an der römis­chen Heer- oder Auso­niusstraße — benan­nt nach dem gal­lo-römis­chen Gelehrten und Dichter Mag­nus Auso­nius, der vor fast 1.700 Jahren diesen Weg bereiste und in einem Gedicht nieder­schrieb.

Nach ein paar Metern auf der Route macht­en die Teil­nehmenden am “Atzweil­er Kloster” halt und lauscht­en den Erläuterun­gen von Her­rn May: Diese Sied­lungsstelle war in der Römerzeit die let­zte Rast­stätte der Sol­dat­en vor dem lan­gen Marsch nach Sim­mern.  Wie der Name des Klosters ent­stand, ist allerd­ings nicht ein­deutig über­liefert und kön­nte allem Anschein nach nur irrtüm­lich ent­standen sein. Früher erzählte man sich in Dör­re­bach näm­lich, an dieser Stelle habe mal ein Kloster des Tem­pel­her­ren-Ordens ges­tanden. 

Anschließend ging es auf wun­der­schö­nen Wald­we­gen vor­bei an urig gewach­se­nen Bäu­men und Wurzeln sowie an ein­drucksvollen Fels­for­ma­tio­nen bis hin zum “Pirsch­pfäd­chen”.

Einem unbe­fes­tigten Wan­der­weg fol­gend, ging es weit­er zum Jagdhaus Gret­ings­burg, deren Name wahrschein­lich auf die frühere Beze­ich­nung eines Forstortes zurück­ge­ht. Dieses inzwis­chen geschützte Kul­tur­denkmal wurde schon Mitte des 19. Jahrhun­derts zu touris­tis­chen und jagdlichen Zweck­en erbaut. Die Gemein­den Seibers­bach und Dör­re­bach teil­ten sich damals sämtliche Kosten für dieses Gebäude. Heute wird das Haus aus Bruch­steinen mit einem Schiefer­dach nur noch zu Jagdzweck­en genutzt. 

Auf dem Plateau, das die Gruppe anschließend erre­ichte, gab es eine kleine Stärkung, bevor man zum Aus­gangspunkt zurück­wan­derte. Schließlich über­standen alle die 4,4 km lange Strecke gut und trat­en nach ein­er äußerst lehrre­ichen Wan­derung wieder ihre Heim­fahrt an.

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